Moderne und kirchliche Musik in herrlichem Einklang

Der Posaunenchor und die Musikgesellschaft Hallau führten am Sonntagabend, 13. Nov. '16, seit langem wieder einmal ein gemeinsames Konzert durch. Das zahlreich erschienene Publikum war von den vielfältigen Darbietungen unter dem Motto „Querbeet“ begeistert.

Hallau Die Musikgesellschaft Hallau (MGH) unter der Leitung von Remo Arpagaus gestaltete im Chrischona-Zentrum Hallau den ersten Konzertteil. Da der Verein diesen Winter auf eine bis anhin übliche Abendunterhaltung verzichtet, galt dieser Auftritt als eigentliches Jahreskonzert. Das Korps setzte auf ein abwechslungsreiches, modernes Konzertprogramm. Es begann rockig-fetzig mit „Start up“ und schon folgte der „Gemmi-Marsch“, welcher unverkennbar die Handschrift von Stephan Jaeggi trägt. Mit „Io senza te“ intonierte die MGH danach einen Hit des Schweizer Trios „Peter, Sue und Marc“. Mit dem vor allem durch die Sinatras bekannten Hit „Somethin` Stupid“ gabs nochmals bekannte, modern interpretierte Rhythmen, ehe man in die Schottischen Highlands versetzt wurde. Die ca. 28 Hallauer Musikantinnen und Musikanten trugen das bekannte „Celtic Crest“ von Christoph Walter vor. Jürgen Kübler und Marc Schwind in original schottischem Kilt bekleidet, begleiteten das Korps mit den Dudelsäcken und spätestens bei diesem Stück war Gänsehaut angesagt. Den Abschluss ihres Konzertteils machte die MG Hallau mit Melodien aus dem Bond-Film „Casino Royale“. Der Musikgesellschaft darf zum Konzert gratuliert werden. Es gefiel durch eine meist saubere Intonation und gutem Sound. Besonders erwähnt werden dürfen die beiden Oboistinnen, die mit ihrem Spiel das restliche Korps sanft und exakt umrahmten und somit ein zusätzlich schönes Klangbild ermöglichten.

Rund 25 Bläserinnen und Bläser umfasst der Posaunenchor Hallau, der in reiner Blechbesetzung spielt. Hier merken auch Laienzuhörer, dass im Vergleich zur MGH ein ganz anderer Klangkörper besteht. Wer aber glaubt, „nur“ Blechinstrumente würden zu wuchtig klingen, der wurde einmal mehr eines Besseren belehrt. Unter der souveränen Leitung von Dirigent Daniel Harzbecker begann der Posaunenchor sein Konzert mit der anspruchsvollen „Jubilee Overture“ von Philipp Sparke. Schwungvoll kam danach der „Manhattan-Marsch“ aufs Publikum rüber. Sowohl beim nachfolgenden „Swedish Folk Song“ als auch beim Stück „Island World“, bei welchem Wolfgang Harzbecker auf seinem Cornet als brillanter Solist fungierte, umgaben unglaublich filigrane und zarte Töne die Ohren des Publikums. Überhaupt begeisterten die Bläserinnen und Bläser mit einer phantastischen Technik und Dynamik. Dass der Posaunenchor nicht nur Kirchenmusik im herkömmlichen Sinne beherrscht, bewies er bei den beiden Schluss-Stücken. Der beschwingte Mambo „Cumana“ groovte ebenso wie „Er ist der Herr“ mit spanisch-lateinamerikanischem Einschlag.

Für die Zugabe vereinten sich alle Akteure nochmals auf der Bühne, um unter der Stabführung des Vizedirigenten der MGH, Marco Peter, den passenden Schlussmarsch „Frohes Wiedersehn“ von Emil Würmli zu intonieren. Anschliessend durften sich Musiker wie Besucher an einem von der Gemeinde Hallau gespendeten Apéro erfreuen, der an dieser Stelle herzlich verdankt sei. Das Publikum war vom Konzert begeistert. Eine ältere Zuhörerin sagte, für sie hätte heute mit diesem wunderschönen Konzert die Adventszeit so richtig begonnen. (rga)