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Adventskonzert '17 Gächlingen

Es war, als fielen Sterntaler vom Himmel herab

Unter dem vielsagenden Motto «Vitae Lux» veranstaltet die Brass Band Posaunenchor Hallau verschiedene Adventskonzerte. Den Anfang machte die Band am vergangenen Samstag mit einem feierlichen Programm in der Kirche Gächlingen.

Die Stimmung vor dem Konzert in der Kirche Gächlingen war zunächst erfüllt von freudiger Erwartung. Scheinwerferlicht beleuchtete die leeren Plätze für die Musiker. Davor die Notenständer. Ganz hinten wartete ein Xylophon darauf, dass man es bediente. Daneben die grossen Kesselpauken. Die ankommenden Gäste besetzten leise die langen Kirchenbänke. Dann war es so weit. In Reih und Glied erschienen die Musiker mit ihrem Dirigenten Daniel Harzbecher und nahmen die Plätze in Beschlag. Mit der Fanfare von «Christians, Awake!» sorgte die Brass Band für einen brillanten Auftakt. Die hervorragende Akustik tat das Übrige dazu. Der Applaus sprach Bände

Dirigent Daniel Harzbecher hatte allen Grund, ins Publikum zu strahlen und seine Brass Band Posaunenchor Hallau mit einer stolzen Geste vorzustellen. Auf einer Grossleinwand erschienen entsprechend zu den erlesenen Musikstücken ausdrucksvolle Bilder. Durch das Abendprogramm führten abwechselnd Barbara Mäder und Rene Hiltbrunner, die zu jedem Stück entsprechende Geschichten erzählten oder Hintergründe zu den jeweiligen Komponisten erwähnten. Ein wunderbares Konzert berauschte die Zuhörer, erfüllte die Kirche, erreichte die Herzen aller. Es war tatsächlich so, als fielen lauter Sterntaler vom Himmel herab. Um nur ein paar solcher Sterne aufzuheben: «Macht hoch die Tür», ein bekanntes Adventslied, das aus Ostpreussen und aus dem siebzehnten Jahrhundert zu unserer Zeit gefunden hat. Oder «Shining Star», ein auffallend strahlender Stern, dem die Waisen bis zum Stall in Bethlehem folgten. Sanft und einfühlsam interpretiert, so dass jeder ergriffen wurde. «He ain't heavy he's my Brother», das Martin Heusi mit seinem Euphonium zusammen mit der Brass Band harmonisch und gefühlsbetont, einmal kraftvoll anschwellen und wiederum zart abschwellen liess. So warme Klänge aus diesem Instrument! Absolut ergreifend.

Selbstverständlich fehlte auch «Jingle Bells», untermalt mit den herrlichsten Winterbildern, nicht. Hervorragend kam das Spiritual-Arrangement beim Publikum an. Zuweilen melancholisch und erdig. Schwer und epochal, um dann völlig beschwingt in Kumbajah» zu münden. Ein Sterntaler bester Güte. Viel Begeisterung weckte das S-Bass-Solo von Raphael Schellenberg mit «It's beginning to look like Christmas». Lang anhaltender Applaus bekundete das kunstvolle Zusammenspiel mit der Brass Band. Und dann erklang das Hauptstück «Vitae Lux» - Licht vom Leben. Es hat sein Ziel, das Gefühl von Andacht in der Adventszeit, keineswegs verfehlt. Ein Sterntaler von besonderem Wert, obwohl sämtliche Stücke wie Sterntaler von seltenem Wert in den Herzen der Zuhörer ankamen, könnte man das Stück «Ich steh an Deiner Krippen hier» so bezeichnen. Es ist aus dem siebzehnten Jahrhundert von Johann Sebastian Bach. Und was klang einem da entgegen mit «All I want for Christmas»? Leise Spuren der Beatles waren zweifellos zu erkennen.

Sehr viele kostbare Sterntaler mehr fielen vom Himmel herab, die die Brass Band Posaunenchor Hallau mit feinem Gespür interpretierte. Natürlich machte «Stille Nacht, heilige Nacht» den Abschluss des sakralen und spirituellen Adventskonzertes, wo alle Besucher mitsingen durften. Beinahe ein magischer Moment, der restlos allen Zuhörer die Weihnachtszeit nahe brachte.

Aus: Klettgauerbote, Sa.9.Dez.17; Text: (kan)